Energieverbrauch leicht gesunken

Energieverbrauch leicht gesunken

Aktuelle Zahlen für die ersten drei Monate/Erneuerbare mit kräftigem Zuwachs

Ber­lin (08.05.2026) — Der Pri­mär­ener­gie­ver­brauch in Deutsch­land ver­zeich­ne­te in den ers­ten drei Mona­ten des lau­fen­den Jah­res einen leich­ten Rück­gang. Die Arbeits­ge­mein­schaft Ener­gie­bi­lan­zen (AG Ener­gie­bi­lan­zen) geht von einem Minus in Höhe von 1,7 Pro­zent auf 3.059 Peta­joule (PJ) oder 104,4 Mil­lio­nen Ton­nen Stein­koh­len­ein­hei­ten (Mio. t SKE) im Ver­gleich zu den ers­ten drei Mona­ten des Vor­jah­res aus.

Wich­tigs­ter Grund für die rück­läu­fi­ge Ver­brauchs­ent­wick­lung ist nach Auf­fas­sung der AG Ener­gie­bi­lan­zen die wei­ter­hin schwa­che Kon­junk­tur: Zwar wuchs das gesam­te Brut­to­in­lands­pro­dukt im 1. Quar­tal 2026 um 0,5 Pro­zent, in den beson­ders ener­gie­in­ten­si­ven Wirt­schafts­be­rei­chen ging die Pro­duk­ti­on jedoch erneut deut­lich zurück. Die­ser Ent­wick­lung stand ein Ver­brauchs­an­stieg im Raum­wär­me­markt infol­ge der teils sehr kal­ten Wit­te­rung im Janu­ar gegen­über.

Von den im 1. Quar­tal 2026 deut­lich gesun­ke­nen Ener­gie­ein­fuhr­prei­sen hät­te eine eben­falls ver­brauchstei­gern­de Wir­kung aus­ge­hen kön­nen, ver­mu­tet die AG Ener­gie­bi­lan­zen. Wegen der Sper­rung des See­wegs durch die Stra­ße von Hor­muz und des ab Anfang März ein­set­zen­den star­ken Preis­an­stiegs für Roh­öl und Erd­gas kam es nicht zur Ent­fal­tung die­ses Effekts.

Die AG Ener­gie­bi­lan­zen weist dar­auf hin, dass die Ent­wick­lung des Pri­mär­ener­gie­ver­brauchs auch durch sta­tis­ti­sche Effek­te beein­flusst wird. Ein sol­cher Effekt ent­steht durch Ver­schie­bun­gen im Ener­gie­trä­ger­mix. Da im 1. Quar­tal des lau­fen­den Jah­res deut­lich mehr Strom aus erneu­er­ba­ren Ener­gien erzeugt wur­de, ergab sich eine rech­ne­ri­sche Ein­spa­rung von Pri­mär­ener­gie. Erneu­er­ba­re Ener­gien wer­den auf­grund inter­na­tio­na­ler Kon­ven­tio­nen bei einem Ein­satz in der Strom­erzeu­gung mit einem Wir­kungs­grad von 100 Pro­zent bewer­tet.  Im Vor­jah­res­quar­tal hat­te sich infol­ge einer nied­ri­gen Wind­strom­erzeu­gung ein gegen­tei­li­ger Effekt erge­ben.

Berei­nigt um den ver­brauchs­er­hö­hen­den Ein­fluss der im Ver­gleich zum Vor­jah­res­zeit­raum küh­le­ren Wit­te­rung, wäre der Pri­mär­ener­gie­ver­brauch nach Berech­nun­gen der AG Ener­gie­bi­lan­zen sogar um 2,2 Pro­zent gesun­ken.

Der Mine­ral­öl­ver­brauch nahm in den ers­ten drei Mona­ten des lau­fen­den Jah­res um 5 Pro­zent ab. Der Ver­brauch von Otto­kraft­stoff sank leicht um 0,5 Pro­zent, die Nach­fra­ge nach Die­sel­kraft­stoff nahm um rund 5 Pro­zent ab. Die Lie­fe­run­gen von Roh­ben­zin vor allem an die Che­mi­sche Indus­trie san­ken vor­nehm­lich kon­junk­tur­be­dingt um fast 2 Pro­zent. Der Ver­brauch von Flug­kraft­stoff ver­min­der­te sich um 5,5 Pro­zent und der Absatz von leich­tem Heiz­öl ver­zeich­ne­te einen Rück­gang um gut 10 Pro­zent. Offen­bar nut­zen die Ver­brau­cher die rela­tiv güns­ti­gen Prei­se in den Mona­ten Janu­ar und Febru­ar nicht, um ihre Heiz­öl­vor­rä­te auf­zu­sto­cken und wur­den im März von den dras­ti­schen Preis­stei­ge­run­gen über­rascht, auf die sie mit deut­li­cher Kauf­zu­rück­hal­tung reagier­ten.

Im 1. Quar­tal 2026 wur­de etwas weni­ger Erd­gas ver­braucht als im ers­ten Quar­tal des Vor­jah­res (minus 1,4 Pro­zent). Ver­brauchs­er­hö­hun­gen im Raum­wär­me­be­reich sowie in der Strom- und Fern­wär­me­er­zeu­gung stan­den Rück­gän­ge beim Ver­brauch der Indus­trie gegen­über.

Der Ver­brauch an Stein­koh­le stieg in den ers­ten drei Mona­ten um 3,5 Pro­zent an. Wäh­rend der Ein­satz von Stein­koh­le in Kraft­wer­ken um 3,9 Pro­zent zurück­ging, erhöh­ten sich die Lie­fe­run­gen an die Eisen- und Stahl­in­dus­trie um 6,5 Pro­zent.

Der Ver­brauch von Braun­koh­le ver­rin­ger­te sich im 1. Quar­tal um gut 7 Pro­zent. Die För­de­rung ging in glei­cher Grö­ßen­ord­nung zurück. Der Rück­gang ist neben der fort­schrei­ten­den Still­le­gung von Kraft­werks­ka­pa­zi­tä­ten im Zuge des Koh­le­aus­stiegs auf eine deut­lich höhe­re Strom­erzeu­gung aus Wind­ener­gie zurück­zu­füh­ren, auf deren vola­ti­le Ein­spei­sung die Braun­koh­le­kraft­wer­ke bedarfs­ge­recht reagier­ten.

Bei den erneu­er­ba­ren Ener­gien kam es im 1. Quar­tal 2026 gegen­über dem Vor­jah­res­zeit­raum ins­ge­samt zu einem Zuwachs von 6,6 Pro­zent. Maß­geb­lich für die­se Ent­wick­lung war eine um 28 Pro­zent höhe­re Wind­strom­erzeu­gung im Ver­gleich zu dem extrem wind­ar­men Vor­jah­res­quar­tal. Die Solar­strom­erzeu­gung nahm um 3 Pro­zent zu. Die küh­le­re Wit­te­rung führ­te zudem zu einem höhe­ren Ein­satz erneu­er­ba­rer Ener­gien für Wär­me­zwe­cke (plus 4 Pro­zent), wäh­rend der Absatz von Bio­kraft­stof­fen zurück­ging (minus 2 Pro­zent).

Im 1. Quar­tal 2026 floss erst­mals seit 2023 wie­der mehr Strom von Deutsch­land ins Aus­land als in die umge­kehr­te Rich­tung. Die Strom­aus­fuh­ren stie­gen um 20,6 Pro­zent auf 19,5 Mil­li­ar­den Kilo­watt­stun­den (Mrd. kWh), die Strom­ein­fuh­ren san­ken um 15,9 Pro­zent auf 16,0 Mrd. kWh.

Die ener­gie­be­ding­ten CO₂-Emis­sio­nen sind, ver­gli­chen mit dem Vor­jah­res­quar­tal, nach über­schlä­gi­gen Berech­nun­gen der AG Ener­gie­bi­lan­zen um rund 2,5 Pro­zent zurück­ge­gan­gen, dies ent­spricht einer Ver­rin­ge­rung in der Grö­ßen­ord­nung von etwa 4,5 Mil­lio­nen Ton­nen (Mio. t).

Starkes Wachstum bei Erneuerbaren

Entwicklung des Primärenergieverbrauchs 1. Quartal 2026
Veränderungen in Prozent — Gesamt 3.059 PJ oder 104,4 Mio. t SKE

Ber­lin – Der Ver­brauch an Pri­mär­ener­gie ver­zeich­ne­te im 1. Quar­tal 2026 einen Rück­gang um 1,7 Pro­zent auf 3.059 Peta­joule (PJ) bezie­hungs­wei­se 104,4 Mil­lio­nen Ton­nen Stein­koh­len­ein­hei­ten (Mio. t SKE) gegen­über dem 1. Quar­tal des Vor­jah­res. Höhe­ren Bei­trä­gen der Erneu­er­ba­ren sowie der Stein­koh­le stan­den Rück­gän­ge bei den ande­ren Ener­gie­trä­gern gegen­über.

Quel­le: Arbeits­ge­mein­schaft Ener­gie­bi­lan­zen

Zuwachs bei Erneuerbaren verändert Energiemix

Struktur des Primärenergieverbrauchs in Deutschland – 1. Quartal 2026
gesamt 3.059 PJ oder 104,4 Mio. t SKE
Anteile in Prozent (Vorjahresquartal in Klammern)

Ber­lin – Der Anteil erneu­er­ba­rer Ener­gien am Ener­gie­trä­ger­mix stieg im 1. Quar­tal 2026 auf mehr als ein Fünf­tel. Ein­bu­ßen ver­zeich­ne­ten Mine­ral­öl und Braun­koh­le. Stein­koh­le und Erd­gas hat­ten höhe­re Antei­le.

Quel­le: Arbeits­ge­mein­schaft Ener­gie­bi­lan­zen

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