Umfassende Berichterstattung über Energieträger, Rahmenbedingungen und Verbrauch im Jahr 2025
Berlin (09.07.2026) — Die deutsche Energieversorgung ist 2025 erneut kohlenstoffärmer geworden. Im insgesamt leicht geschrumpften Energiemarkt haben kohlenstofffreie und kohlenstoffarme Energieträger Marktanteile hinzugewonnen, schreibt die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AG Energiebilanzen) in ihrem jetzt erschienenen Jahresbericht für das Jahr 2025: Das Erdgas steigerte seinen Anteil im Energiemix von 25,8 Prozent auf 26,6 Prozent und die erneuerbaren Energien deckten 20,8 (Vorjahr: 20,1) Prozent des Bedarfs an Primärenergien in Deutschland. Braunkohle sowie Steinkohle büßten jeweils 0,5 Prozent und das Mineralöl 0,3 Prozent bei den Anteilen ein. Mineralöl blieb mit einen Anteil von 36 Prozent der wichtigste Energieträger der deutschen Energieversorgung. Die strukturelle Veränderung im Energiemix führte allerdings nicht in allen Verbrauchssektoren zu einer Senkung der energiebedingten CO₂-Emissionen: Während in der Energiewirtschaft und im verarbeitenden Gewerbe die Emissionen reduziert werden konnten, kam es im Gebäudesektor wegen des witterungsbedingt erhöhten Raumwärmebedarfs sowie im Verkehr wegen höherer Verkehrsleistungen zu einem Anstieg der Emissionen.
Zum Rückgang des gesamten Energieverbrauchs 2025 um 0,4 Prozent auf 10.530 Petajoule (PJ) beziehungsweise 359,3 Millionen Tonnen Steinkohleneinheiten (Mio. t SKE) gegenüber dem Vorjahr trugen nach Einschätzung der AG Energiebilanzen vor allem die anhaltend hohen Energiepreise sowie die schwache konjunkturelle Entwicklung bei. Die im Vergleich zum Vorjahr kühlere Witterung sorgte hingegen für eine Verbrauchssteigerung bei den Wärmeenergien. Bereinigt um den Witterungseffekt sowie Veränderungen bei den Lagerbeständen wäre der Energieverbrauch um etwa 2 Prozent gesunken.
Der vorgelegte Jahresbericht der AG Energiebilanzen basiert auf der vor kurzen fertiggestellten Schätzenergiebilanz der AG Energiebilanzen und liefert ein aktuelles und umfangreiches Zahlenwerk zur deutschen Energieversorgung im Jahre 2025 (Stand Mai 2026), einschließlich umfangreicher Erläuterungen und Zusatzinformationen.
Der Verbrauch erneuerbarer Energien nahm um 2,9 Prozent zu. Das Erdgas verbuchte einen Zuwachs um 2,8 Prozent. Der Verbrauch von Steinkohle verminderte sich dagegen um 6,8 Prozent, bei der Braunkohle betrug das Minus 7,4 Prozent und der Absatz an Mineralöl sank um 1,1 Prozent.
Der Bruttostromverbrauch verringerte sich 2025 in Deutschland geringfügig um 0,1 Prozent auf 528,4 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh). Verbrauchsminderungen in der Industrie standen fortschreitende Substitutionen zugunsten des Einsatzes elektrischer Energien in anderen Verbrauchssektoren gegenüber. Die Bruttostromerzeugung erhöhte sich um 1,2 Prozent auf rund 509,2 Mrd. kWh. Hiervon entfielen 57,3 Prozent auf die erneuerbaren Energien, die damit ihre Spitzenposition in der inländischen Stromproduktion festigten. Das Erdgas folgte mit 17 Prozent. Auf Braunkohle entfielen 14,6 Prozent und auf Steinkohle etwa 5,9 Prozent.
Am Bruttostromverbrauch hatten die erneuerbaren Energien einen Anteil von 55,2 Prozent, 2024 lag dieser Anteil noch bei 54,4 Prozent. 2025 war Deutschland zum dritten Mal in Folge Netto-Stromimporteur. Allerdings verringerten sich die Einfuhren im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 Prozent, während die Stromexporte um 8,3 Prozent sanken. Im Saldo flossen 17,8 Mrd. kWh mehr Strom aus dem Ausland nach Deutschland als umgekehrt ins benachbarte Ausland.
Die gesamtwirtschaftliche Energieproduktivität (Euro/GJ) hat sich 2025 nach Berechnungen der AG Energiebilanzen um etwa 0,6 Prozent verbessert. Der jahresdurchschnittliche Zuwachs der gesamtwirtschaftlichen Energieproduktivität für den Zeitraum 1990 bis 2025 liegt damit bei 2,8 Prozent.
Die Importabhängigkeit der deutschen Energieversorgung hat sich 2025 nicht verändert: 96 Prozent des Bedarfs an Mineralöl wurden durch Importe gedeckt, beim Erdgas erreichte die Importquote eine Höhe von 89 Prozent. Während der Bedarf an Steinkohle vollständig durch Einfuhren gedeckt wird, ist Braunkohle zu 100 Prozent eine heimische Ressource. Auch das Angebot an erneuerbaren Energien stammt nahezu vollständig aus heimischen Quellen. Insgesamt deckte Deutschland im Berichtsjahr 65,6 Prozent seines Energiebedarfs durch Importe.
Die AG Energiebilanzen erstellt seit 55 Jahren die jährliche Energiebilanz für Deutschland und erbringt umfangreiche zusätzliche energiestatistische Dienstleistungen für Politik, Wirtschaft und Verbraucher. Gegründet wurde die AG Energiebilanzen am 26. März 1971 von sieben Verbänden der deutschen Energiewirtschaft und drei energiewirtschaftlichen Forschungsinstituten. Seither wertet die AG Energiebilanzen Statistiken aus allen Gebieten der Energiewirtschaft auf wissenschaftlicher Grundlage aus, erstellt regelmäßig eine Energiebilanz und macht diese der Öffentlichkeit zugänglich.
Der ausführliche Bericht der AG Energiebilanzen zur Entwicklung des Primärenergieverbrauchs im Jahr 2025 steht ab sofort auf der Internetseite (www.ag-energiebilanzen.de) zum Download bereit.
Veränderungen am Energiemix
Struktur des Primärenergieverbrauchs in Deutschland 2025
gesamt 10.530 PJ oder 359,3 Mio. t SKE
Anteile in Prozent (Vorjahr in Klammern)
Berlin — Die erneuerbaren Energien sowie das Erdgas konnten 2025 ihre Anteile im nationalen Energiemix leicht steigern. Beim Mineralöl sowie bei Stein- und Braunkohlen kam es zu Anteilsverlusten. Die Veränderungen führten zu einer weiteren Verringerung der Kohlenstoffintensität der deutschen Energieversorgung.
Quelle: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen