AGEB erstellt seit 55 Jahren die Energiebilanz für Deutschland

AGEB erstellt seit 55 Jahren die Energiebilanz für Deutschland

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Ber­lin (26.03.2026) — Die Arbeits­ge­mein­schaft Ener­gie­bi­lan­zen (AGEB) erstellt seit nun­mehr 55 Jah­ren die jähr­li­che Ener­gie­bi­lanz für Deutsch­land und erbringt umfang­rei­che zusätz­li­che ener­gie­sta­tis­ti­sche Dienst­leis­tun­gen für Poli­tik, Wirt­schaft und Ver­brau­cher. Gegrün­det wur­de die AG Ener­gie­bi­lan­zen am 26. März 1971 von sie­ben Ver­bän­den der deut­schen Ener­gie­wirt­schaft und drei ener­gie­wirt­schaft­li­chen For­schungs­in­sti­tu­ten. Seit­her wer­tet die 2004 in einen Ver­ein umge­grün­de­te Ver­ei­ni­gung vor­han­de­ne Sta­tis­ti­ken aus allen Gebie­ten der Ener­gie­wirt­schaft auf wis­sen­schaft­li­cher Grund­la­ge aus, erstellt regel­mä­ßig eine Ener­gie­bi­lanz und macht die­se der Öffent­lich­keit zugäng­lich. Gegen­wär­tig sind drei Ver­bän­de der Ener­gie­wirt­schaft und fünf For­schungs­in­sti­tu­te Mit­glied der Arbeits­ge­mein­schaft, zwei wei­te­re ener­gie­wirt­schaft­li­che Ver­bän­de unter­stüt­zen die Arbeit der AGEB.

Die von der AG Ener­gie­bi­lan­zen aus allen Berei­chen der Ener­gie­wirt­schaft zusam­men­ge­tra­ge­nen Daten wer­den nach ein­heit­li­chen Kri­te­ri­en aus­ge­wer­tet und zu einem geschlos­se­nen und kon­sis­ten­ten Bild zusam­men­ge­fügt. Die­se Metho­dik ver­mei­det Unter­schie­de und Wider­sprü­che in der Bilan­zie­rung des Ener­gie­ver­brauchs. Die jähr­li­che Ener­gie­bi­lanz lie­fert in Form einer Matrix Zah­len zum Auf­kom­men, der Umwand­lung und der Ver­wen­dung von Ener­gie in Deutsch­land. Das von der AG Ener­gie­bi­lan­zen seit 1995 ver­wen­de­te Sche­ma umfasst 33 Spal­ten und 68 Zei­len, also mehr als 2.200 Ein­zel­da­ten. Die Matrix erfasst alle Ener­gie­trä­ger, die in Deutsch­land genutzt wer­den, und glie­dert ihr Auf­kom­men, ihre Umwand­lung sowie den Ver­brauch detail­liert auf.

Um die jähr­li­che Ener­gie­bi­lanz zu erstel­len, nutzt die AG Ener­gie­bi­lan­zen rund 50 ver­schie­de­ne Quel­len: Daten des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amt und des Bun­des­am­tes für Wirt­schaft und Aus­fuhr­kon­trol­le, Infor­ma­tio­nen von zahl­rei­chen Wirt­schafts­ver­bän­den sowie eige­ne Berech­nun­gen. Die Ener­gie­bi­lan­zen ermög­li­chen es, die Ener­gie­strö­me für die im Inland ver­wen­de­ten Ener­gie­trä­ger vom Auf­kom­men bis zur Ver­wen­dung zu ver­fol­gen und die­se Ener­gie­strö­me auch gra­fisch dar­zu­stel­len (Ener­gie­fluss­bil­der). Seit Ver­ab­schie­dung des Erneu­er­ba­re-Ener­gien-Geset­zes im Jah­re 2000 ver­öf­fent­licht die AG Ener­gie­bi­lan­zen auf Grund­la­ge von Daten der AGEE-Stat auch eine Satel­li­ten­bi­lanz Erneu­er­ba­re Ener­gien. Unter­jäh­rig erstellt die AG Ener­gie­bi­lan­zen alle drei Mona­te Berich­te zum Ener­gie­ver­brauch in den ein­zel­nen Quar­ta­len. Die­se aktu­el­len Infor­ma­tio­nen wer­den bereits weni­ge Wochen nach Ende des jewei­li­gen Berichts­zeit­raums publi­ziert.

Um früh­zei­tig ver­läss­li­che Daten bereit­zu­stel­len, erstellt die AG Ener­gie­bi­lan­zen eine Früh­schät­zung und ver­öf­fent­licht die­se bereits im Febru­ar des Fol­ge­jah­res. Im Mai des Fol­ge­jah­res folgt eine ers­te vor­läu­fi­ge Ener­gie­bi­lanz ein­schließ­lich der Satel­li­ten­bi­lanz für die erneu­er­ba­ren Ener­gien. Die end­gül­ti­gen Ener­gie­bi­lan­zen eines Jah­res wer­den von der AG Ener­gie­bi­lan­zen im Febru­ar des über­nächs­ten Kalen­der­jah­res ver­öf­fent­licht.

Die Ener­gie­bi­lan­zen lie­fern nicht nur Daten zum Ener­gie­ver­brauch. Die Daten­sät­ze sind auch Grund­la­ge für die Ermitt­lung der natio­na­len Treib­haus­gas­emis­sio­nen. Zusam­men mit der Jah­res­pro­gno­se zum Pri­mär­ener­gie­ver­brauch ver­öf­fent­licht die AG Ener­gie­bi­lan­zen eine vor­läu­fi­ge Abschät­zung der ener­gie­be­ding­ten Treib­haus­gas­emis­sio­nen. Die Ener­gie­bi­lan­zen lie­fern zudem wich­ti­ge Grund­la­gen für die Bericht­erstat­tung der Bun­des­re­gie­rung zur Kli­ma­rah­men­kon­ven­ti­on der Ver­ein­ten Natio­nen und dem Über­ein­kom­men von Paris.

Bei allen Auf­ga­ben wird die AG Ener­gie­bi­lan­zen durch das EEFA-For­schungs­in­sti­tut (Müns­ter) und das Zen­trum für Son­nen­en­er­gie- und Was­ser­stoff-For­schung Baden-Würt­tem­berg (ZSW) unter­stützt. Beim ZSW in Stutt­gart wer­den auch die Ener­gie­bi­lan­zen sowie alle für die Erstel­lung benö­tig­ten Daten in einer zen­tra­len Daten­bank gespei­chert. Die Auf­be­rei­tung und Spei­che­rung von Daten haben sich in den zurück­lie­gen­den Jahr­zehn­ten grund­le­gend ver­än­dert. Anfäng­lich erfolg­te die Ver­öf­fent­li­chung der Ener­gie­bi­lan­zen in Form von gedruck­ten Tabel­len. Heu­te wer­den die Auf­ga­ben mit Daten­ban­ken und Model­len erfüllt und die Ergeb­nis­se über das Inter­net sowie die sozia­len Netz­wer­ke breit und trans­pa­rent ver­öf­fent­licht.

Die Anfor­de­run­gen an die Erstel­lung der Ener­gie­bi­lan­zen sind im Lau­fe der zurück­lie­gen­den Jah­re deut­lich gewach­sen: Die Bereit­stel­lung zeit­na­her und ver­läss­li­cher Daten zur Ent­wick­lung des Ener­gie­ver­brauchs erfor­dert lang­jäh­ri­ge Erfah­run­gen und Kennt­nis­se der betei­lig­ten Wissenschaftler*innen sowie kom­ple­xe Rechen­mo­del­le. Unab­ding­ba­re Vor­aus­set­zung ist jedoch eine brei­te und dau­er­haf­te Bereit­schaft zur Daten­lie­fe­rung durch alle an der Ener­gie­ver­sor­gung Betei­lig­ten. Nur auf der Basis ver­läss­li­cher Aus­gangs­da­ten sind ziel­ge­rich­te­te poli­ti­sche Ent­schei­dun­gen in der Ener­gie- und Kli­ma­po­li­tik mög­lich.

State­ments

Kers­tin And­reae, Haupt­ge­schäfts­füh­re­rin des Bun­des­ver­ban­des der deut­schen Ener­gie-und Was­ser­wirt­schaft (BDEW): „Die Arbeits­ge­mein­schaft Ener­gie­bi­lan­zen lie­fert eine der wich­tigs­ten Grund­la­gen für die ener­gie­po­li­ti­sche Debat­te in Deutsch­land: ver­läss­li­che, wis­sen­schaft­lich fun­dier­te Daten. Gera­de in Zei­ten zuneh­men­der Des­in­for­ma­ti­on sind sol­che belast­ba­ren Zah­len unver­zicht­bar. Sie sor­gen für Trans­pa­renz, ord­nen kom­ple­xe Ent­wick­lun­gen ein und ermög­li­chen einen fak­ten­ba­sier­ten Dis­kurs. Damit leis­ten sie einen ent­schei­den­den Bei­trag für belast­ba­re, ver­ant­wor­tungs­vol­le Ent­schei­dun­gen in der Ener­gie-und Kli­ma­po­li­tik und sind wert­vol­ler Bestand­teil unse­rer poli­ti­schen Arbeit.“

Prof. Dr. Huber­tus Bardt, Geschäfts­füh­rer des Insti­tuts der Deut­schen Wirt­schaft (IW) in Köln: „Ohne gute Daten kann es kei­ne guten Emp­feh­lun­gen für die Ener­gie­po­li­tik geben. Die AG Ener­gie­bi­lan­zen lie­fert die­se Daten in unbe­strit­te­ner Qua­li­tät.“

Dr. Syl­wia Bia­lek-Gre­go­ry, wis­sen­schaft­li­che Geschäfts­füh­re­rin des Ener­gie­wirt­schaft­li­chen Insti­tuts an der Uni­ver­si­tät Köln (EWI): „Die Ener­gie­bi­lanz und die vie­len wei­te­ren Sta­tis­ti­ken der AG Ener­gie­bi­lan­zen sind aus der ener­gie­wirt­schaft­li­chen For­schung in Deutsch­land nicht weg­zu­den­ken. Die hohe Detail­tie­fe der Daten sowie ihre ver­läss­li­che Qua­li­tät bil­den das Fun­da­ment für zahl­rei­che Publi­ka­tio­nen, auch für vie­le Ana­ly­sen des EWI. Als Mit­glied der AG Ener­gie­bi­lan­zen freu­en wir uns, seit vie­len Jahr­zehn­ten zu die­ser wich­ti­gen Grund­la­gen­ar­beit, die letzt­end­lich eine fak­ten­ba­sier­te öffent­li­che Debat­te über Ener­gie- und Kli­ma­po­li­tik ermög­licht, bei­tra­gen zu kön­nen.“

Prof. Dr. Andre­as Löschel, Inha­ber des Lehr­stuhls Umwelt-/Res­sour­cen­öko­no­mik und Nach­hal­tig­keit an der Ruhr-Uni­ver­si­tät Bochum und Vor­sit­zen­der der Exper­ten­kom­mis­si­on zum Ener­gie­wen­de-Moni­to­ring: „Seit Jahr­zehn­ten schafft die AG Ener­gie­bi­lan­zen mit wis­sen­schaft­li­cher Kom­pe­tenz und metho­di­scher Sorg­falt eine ver­läss­li­che Daten­grund­la­ge für die Ener­gie­be­richt­erstat­tung in Deutsch­land. Als Exper­ten­kom­mis­si­on zum Moni­to­ring der Ener­gie­wen­de grei­fen wir in unse­ren Berich­ten regel­mä­ßig auf die Daten der AG Ener­gie­bi­lan­zen zurück – nicht nur auf die Ener­gie­bi­lan­zen selbst, son­dern auch auf die unter­jäh­ri­gen Schät­zun­gen. Dafür möch­te ich mich bei allen Betei­lig­ten herz­lich bedan­ken und zugleich – auch im Namen mei­ner Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen – zum 55-jäh­ri­gen Jubi­lä­um gra­tu­lie­ren.“

Prof. Dr. Fri­th­jof Staiß, geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des Zen­trums für Son­nen­en­er­gie- und Was­ser­stoff-For­schung Baden-Würt­tem­berg (ZSW): „Mei­nen Glück­wunsch zu einer bemer­kens­wer­ten Leis­tung! Denn seit mehr als einem hal­ben Jahr­hun­dert lie­fern die Ener­gie­bi­lan­zen der AGEB ver­läss­li­che Daten nicht nur auf natio­na­ler Ebe­ne, son­dern sor­gen durch ihren metho­disch fun­dier­ten Rah­men ins­be­son­de­re auch dafür, dass sta­tis­ti­sche Erhe­bun­gen und Roh­da­ten ein­heit­lich ver­ar­bei­tet und kon­sis­tent an supra­na­tio­na­le Stel­len wie die EU-Kom­mis­si­on oder die Inter­na­tio­na­le Ener­gie­agen­tur gemel­det wer­den kön­nen. Gleich­zei­tig erlau­ben die Ener­gie­bi­lan­zen durch ihre Kom­pakt­heit und eta­blier­te Struk­tur einen umfas­sen­den, aber für alle leicht zugäng­li­chen Ein­blick in das kom­ple­xe Ener­gie­sys­tem Deutsch­lands.“

Arbeitsgemeinschaft
Energiebilanzen e.V.

Reinhardtstr. 32
10117 Berlin

Ansprechpartner
Uwe Maaßen
u.maassen@ag-energiebilanzen.de
Mobil: +49 151 43240814

www.ag-energiebilanzen.de