Der Energieverbrauch wird 2026 spürbar sinken

Der Energieverbrauch wird 2026 spürbar sinken

Jahresprognose der AG Energiebilanzen/Deutlicher Einfluss hoher Preise

Ber­lin (04.11.2026) — Der Ener­gie­ver­brauch in Deutsch­land wird 2026 mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit spür­bar zurück­ge­hen. Die Arbeits­ge­mein­schaft Ener­gie­bi­lan­zen (AG Ener­gie­bi­lan­zen) rech­net mit einer Min­de­rung um knapp 3 Pro­zent auf 10.356 Peta­joule (PJ) oder 353,4 Mil­lio­nen Ton­nen Stein­koh­len­ein­hei­ten (Mio. t SKE) gegen­über dem Vor­jahr. Die von der AG Ener­gie­bi­lan­zen erstell­te Jah­res­pro­gno­se basiert auf den vor­lie­gen­den Daten für die ers­ten neun Mona­te des lau­fen­den Jah­res. Für das Gesamt­jahr erwar­tet die AG Ener­gie­bi­lan­zen einen Rück­gang der ener­gie­be­ding­ten CO₂-Emis­sio­nen um knapp 4 Pro­zent. Einen wesent­li­chen Anteil am Rück­gang des Ener­gie­ver­brauchs in die­sem Jahr haben die ver­hal­te­ne Wirt­schafts­ent­wick­lung und der kräf­ti­ge Anstieg der Ener­gie­prei­se. Von der Wit­te­rung und sons­ti­gen Ein­fluss­fak­to­ren gin­gen dage­gen nur schwa­che Wir­kun­gen auf den Ener­gie­ver­brauch aus.

Die Ent­wick­lung in den ers­ten drei Quar­ta­len

Nach vor­läu­fi­gen Berech­nun­gen der AG Ener­gie­bi­lan­zen erreich­te der inlän­di­sche Pri­mär­ener­gie­ver­brauch in den ers­ten drei Quar­ta­len des lau­fen­den Jah­res eine Höhe von 7.470 PJ bezie­hungs­wei­se 254,9 Mio. t SKE. Das waren 3,6 Pro­zent weni­ger als im sel­ben Zeit­raum des Vor­jah­res. Die Ver­brauchs­ent­wick­lung war gekenn­zeich­net durch einen gesun­ke­nen Mine­ral­öl­ab­satz und einen wei­te­ren Rück­gang des Bei­trags der Braun­koh­le. Dage­gen kam es beim Erd­gas zu einem leich­ten und bei den erneu­er­ba­ren Ener­gien sowie der Stein­koh­le zu einem stär­ke­ren Ver­brauchs­an­stieg.

Der Ver­brauch von Mine­ral­öl nahm in den ers­ten neun Mona­ten des lau­fen­den Jah­res um mehr als 12 Pro­zent ab. Der Ver­brauch von Otto­kraft­stoff sank um 4 Pro­zent, die Nach­fra­ge nach Die­sel­kraft­stoff ver­min­der­te sich um mehr als 9 Pro­zent. Der Absatz von Flug­kraft­stoff ver­rin­ger­te sich um 3 Pro­zent und die Lie­fe­rung von Roh­ben­zin an die che­mi­sche Indus­trie sank um rund 5 Pro­zent. Der Absatz von leich­tem Heiz­öl ver­zeich­ne­te einen Absatz­ein­bruch und ver­min­der­te sich um mehr als 38 Pro­zent, weil Ver­brau­cher auf­grund hoher Prei­se ihre Bestän­de abge­baut und nur gerin­ge Men­gen nach­ge­kauft haben.

Der Erd­gas­ver­brauch ver­zeich­ne­te in den ers­ten drei Quar­ta­len des lau­fen­den Jah­res ein leich­tes Plus von 0,8 Pro­zent. Die aktu­el­le Ver­brauchs­ent­wick­lung wur­de vor allem durch die im Ver­gleich zum Vor­jah­res­zeit­raum nied­ri­gen Tem­pe­ra­tu­ren in den bei­den ers­ten Quar­ta­len des Jah­res 2026 geprägt.

Der Ver­brauch von Stein­koh­le stieg in den ers­ten neun Mona­ten ins­ge­samt um über 8 Pro­zent. Der Ein­satz in Kraft­wer­ken zur Strom­erzeu­gung ver­zeich­ne­te einen Zuwachs um 7,2 Pro­zent. Der Absatz an die Eisen- und Stahl­in­dus­trie um erhöh­te sich um gut 1 Pro­zent.

Der Ver­brauch von Braun­koh­le ver­zeich­ne­te eine Abnah­me um 1,7 Pro­zent. Im Zeit­raum von Janu­ar bis Sep­tem­ber wur­de in Deutsch­land 1,5 Pro­zent weni­ger Braun­koh­le geför­dert als im ent­spre­chen­den Vor­jah­res­zeit­raum. Die Lie­fe­run­gen an Kraft­wer­ke der öffent­li­chen Ver­sor­gung gin­gen um 0,9 Pro­zent zurück. Das Gesamt­ergeb­nis spie­gelt die zuneh­mend fle­xi­ble Anpas­sung der Braun­koh­le­ver­stro­mung an den jewei­li­gen Strom­be­darf bei wech­seln­der Ein­spei­sung von Wind- und Solar­strom wider.

In den ers­ten neun Mona­ten des Jah­res 2026 ver­zeich­ne­te der Strom­aus­tausch mit den Nach­bar­län­dern einen leich­ten Export­über­schuss. Es flos­sen 1,9 Mil­li­ar­den Kilo­watt­stun­den (Mrd. kWh) mehr Strom ins Aus­land als von dort bezo­gen wur­de. Im Ver­gleichs­zeit­raum der bei­den Vor­jah­re hat­te der Strom­aus­tausch noch deut­li­che Import­über­schüs­se auf­ge­wie­sen. Die Strom­ex­por­te nah­men in Sum­me um 18,2 Pro­zent auf 50,1 Mrd. kWh zu, die Strom­im­por­te gin­gen um 16,4 Pro­zent auf 48,2 Mrd. kWh zurück.

Der Bei­trag der erneu­er­ba­ren Ener­gien lag in den ers­ten drei Quar­ta­len 2026 ins­ge­samt um 5,7 Pro­zent über dem Ergeb­nis des Vor­jah­res­zeit­rau­mes. Gegen­über der wind­schwa­chen Ver­gleichs­pe­ri­ode des Vor­jah­res stieg die Strom­erzeu­gung aus Wind­kraft um 14 Pro­zent. Die Solar­strom­erzeu­gung erhöh­te ihren Bei­trag um 12 Pro­zent. Wäh­rend der Ver­brauch erneu­er­ba­rer Ener­gien für Wär­me­zwe­cke nur leicht zunahm, ver­zeich­ne­te die mit elek­tri­schen Wär­me­pum­pen nutz­bar gemach­te Umwelt­wär­me und die ober­flä­chen­na­he Geo­ther­mie ein Plus von 19 Pro­zent. Bei der Was­ser­kraft gab es wit­te­rungs­be­dingt ein Minus von 24 Pro­zent. Im Ver­kehrs­sek­tor erhöh­te sich ins­be­son­de­re der Ver­brauch von bio­ge­nen Die­sel­kraft­stof­fen infol­ge der novel­lier­ten Treib­haus­gas­min­de­rungs­quo­te um 39 Pro­zent.

Energieverbrauch in den ersten neun Monaten kräftig gesunken

Entwicklung des Primärenergieverbrauchs von Januar bis September 2026
Veränderungen in Prozent — Gesamt 7.470 PJ oder 254,9 Mio. t SKE

Ber­lin — Der Ver­brauch an Pri­mär­ener­gie ver­zeich­ne­te in den ers­ten neun Mona­ten des Jah­res 2026 einen Rück­gang um 3,6 Pro­zent auf 7.470 Peta­joule (PJ) bezie­hungs­wei­se 254,9 Mil­lio­nen Ton­nen Stein­koh­len­ein­hei­ten (Mio. t SKE) gegen­über den ers­ten neun Mona­ten des Vor­jah­res. Ver­brauchs­zu­wäch­se bei den erneu­er­ba­ren Ener­gien, Erd­gas und Stein­koh­le stan­den Rück­gän­ge beim Mine­ral­öl­ab­satz und dem Ver­brauch von Braun­koh­le gegen­über.

Energiemix mit Verschiebungen

Struktur des Primärenergieverbrauchs in Deutschland
1.–3. Quartal 2026 – gesamt 7.470 PJ oder 254,9 Mio. t SKE
Anteile in Prozent (Vorjahreszeitraum in Klammern)

Ber­lin — Der natio­na­le Ener­gie­mix wur­de in den ers­ten neun Mona­ten des lau­fen­den Jah­res durch einen Rück­gang des Mine­ral­öl­an­teils geprägt. Die Antei­le aller ande­ren Ener­gie­trä­ger nah­men in unter­schied­li­chen Grö­ßen­ord­nun­gen zu.

Quel­le: Arbeits­ge­mein­schaft Ener­gie­bi­lan­zen

Arbeitsgemeinschaft
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