Erneuerbare, Steinkohle und Erdgas im Plus / CO₂-Emissionen sinken
Berlin (04.08.2026) — Nach vorläufigen Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energie-bilanzen (AG Energiebilanzen) erreichte der inländische Primärenergieverbrauch im ersten Halbjahr 2026 eine Höhe von 5.341 Petajoule (PJ) beziehungsweise 182,2 Millionen Tonnen Steinkohleneinheiten (Mio. t SKE). Das waren 1,9 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Damit, so die AG Energiebilanzen, hat sich der in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres beobachtete Verbrauchsrückgang stabilisiert. Bei den einzelnen Energieträgern kam es allerdings zu unterschiedlichen Entwicklungen.
Von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung gingen infolge weiterer Produktionsrückgänge im produzierenden und verarbeitenden Gewerbe erneut kaum verbrauchssteigernde Effekte auf den Energieverbrauch aus, teilte die AG Energiebilanzen mit. Der im ersten Quartal beobachtete Mehrverbrauch im Raumwärmesektor schwächte sich im Jahresverlauf deutlich ab. Erheblichen Einfluss auf den Energieverbrauch dürfte nach Einschätzung der AG Energiebilanzen der Anstieg der Energiepreise haben.
Der Verbrauch von Mineralöl verminderte sich in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres insgesamt um rund 8 Prozent. Der Verbrauch von Ottokraftstoff sank um 0,6 Prozent, beim Dieselkraftstoff kam es zu einem Verbrauchsrückgang um knapp 6 Prozent. Der Absatz von Flugkraftstoff nahm um mehr als 1 Prozent ab. Die Lieferung von Rohbenzin an die chemische Industrie stieg dagegen um rund 3 Prozent. Der Absatz von leichtem Heizöl brach um mehr als ein Drittel ein.
Der Erdgasverbrauch verzeichnete im ersten Halbjahr des laufenden Jahres einen leichten Zuwachs um 1,3 Prozent. Dabei glichen sich die den Verbrauch prägenden Einflussfaktoren Witterung, Konjunktur und Preisentwicklung offenbar weitgehend aus.
Der Verbrauch an Steinkohle legte in den ersten sechs Monaten um knapp 7 Prozent zu. Der Einsatz in Kraftwerken zur Stromerzeugung stieg um mehr als 5 Prozent. Der Absatz an die Eisen- und Stahlindustrie erhöhte sich vor allem aufgrund der gestiegenen Roheisenproduktion um 4 Prozent.
Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Deutschland rund 4 Prozent weniger Braunkohle genutzt als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. In dieser Entwicklung spiegeln sich der fortschreitende Rückbau von Kraftwerkskapazitäten im Zuge des Kohleausstiegs sowie die Anpassungsfähigkeit der Braunkohlekraftwerke an die jeweilige Situation auf dem Strommarkt.
Der Beitrag der erneuerbaren Energien lag im ersten Halbjahr 2026 insgesamt um rund 4 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Im Vergleich zu dem sehr windschwachen Vorjahreszeitraum erhöhte sich die Stromerzeugung aus Windkraft um 12 Prozent. Die Solarstromerzeugung wuchs um 4 Prozent, während die Wasserkraft witterungsbedingt um 5 Prozent zurückging. Die mittels elektrischer Wärmepumpen nutzbar gemachte Umweltenergie verzeichnete ein Plus von 19 Prozent. Der Verbrauch von Biomasse, der gut die Hälfte des Energieverbrauchs aus erneuerbaren Energien darstellt, lag in etwa auf dem Niveau des Vorjahres.
Der Stromaustauschsaldo mit den Nachbarländern verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 ein nahezu ausgeglichenes Ergebnis, nachdem 2024 und 2025 Deutschland zum Halbjahr einen deutlichen Stromimportsaldo aufgewiesen hatte.
Die energiebedingten CO₂-Emissionen haben nach überschlägigen Berechnungen der AG Energiebilanzen im ersten Halbjahr 2026 um etwa 2,5 Prozent abgenommen. Das entspricht einer Reduktion um etwa 8 Millionen Tonnen (Mio. t).
Unterschiedliche Verbrauchsentwicklungen
Entwicklung des Primärenergieverbrauchs im ersten Halbjahr 2026 Veränderungen in Prozent — Gesamt 5.341 PJ oder 182,2 Mio. t SKE
Berlin — Der Verbrauch an Primärenergie verzeichnete im 1. Halbjahr 2026 einen Rückgang um 1,9 Prozent auf 5.341 Petajoule (PJ) beziehungsweise 182,2 Millionen Tonnen Steinkohleneinheiten (Mio. t SKE) gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auswirkungen auf die rückläufige Verbrauchsentwicklung hatten vor allem die unverändert schwache Konjunktur sowie der Anstieg der Energiepreise.
Quelle: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen
Weitere Veränderungen im Energiemix
Struktur des Primärenergieverbrauchs in Deutschland – 1. Halbjahr 2026
gesamt 5.341 PJ oder 182,2 Mio. t SKE
Anteile in Prozent (Vorjahr in Klammern)
Berlin — Rückgänge beim Mineralöl und bei der Braunkohle sowie Zuwächse bei den erneuerbaren Energien, dem Erdgas und der Steinkohle haben die Anteile der Energieträger im Energiemix des ersten Halbjahres 2026 leicht verschoben. Die Erneuerbaren festigten ihren dritten Rang nach dem Mineralöl und dem Erdgas.
Quelle: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen